Die Deko-Kette Depot schrumpft massiv. Im Rahmen eines Planinsolvenzverfahrens schließt das Unternehmen bundesweit 66 Standorte. Elf davon liegen in Baden-Württemberg. Betroffen sind Städte wie Backnang, Baden-Baden, Bühl, Göppingen und Friedrichshafen. Bundesweit verlieren 330 Mitarbeiter ihren Job.
Radikaler Rückzug aus der Fläche
Depot betrieb zuletzt rund 155 Filialen in Deutschland. Nach den Schließungen bleiben bundesweit noch 89 Standorte übrig. Das entspricht einem Rückgang von fast der Hälfte des Ladennetzes. Das Unternehmen selbst hat eine Liste der betroffenen Standorte auf seiner Website veröffentlicht.
In Baden-Württemberg trifft es konkret folgende Standorte: Backnang in der Grabenstraße, Baden-Baden im Gewerbepark Cité, Bühl in der Hauptstraße sowie Göppingen in der Bleichstraße. Auch Karlsruhe, Stuttgart, Friedrichshafen und Konstanz stehen auf der Schließliste. Wann genau die einzelnen Filialen zumachen, hat das Unternehmen noch nicht kommuniziert.
Planinsolvenz als Sanierungsinstrument
Depot nutzt das Instrument der Planinsolvenz. Es erlaubt dem Unternehmen, den Betrieb während des Verfahrens fortzuführen. Gleichzeitig kann das Management gezielt Standorte schließen und Verbindlichkeiten restrukturieren. Ziel ist ein schlankeres, wirtschaftlich tragfähiges Unternehmen.
Geschäftsführer Christian Gries hatte das Vorgehen bereits früh klar formuliert: Läden ohne positive Deckungsbeiträge werden konsequent geschlossen. Das Unternehmen setzt auf Konzentration statt Expansion.
Nicht die erste Schließwelle
Depot durchläuft bereits die zweite Schließrunde innerhalb kurzer Zeit. Eine erste Welle hatte das Filialnetz schon deutlich ausgedünnt, damals waren ebenfalls Standorte in Baden-Württemberg betroffen. Nun trifft es erneut die Region. Die Schließung in Konstanz soll Berichten zufolge noch im Juli erfolgen.
Das Unternehmen hatte einst rund 400 Filialen betrieben. Der stationäre Einzelhandel im Deko- und Einrichtungssegment steht unter starkem Druck. Onlinekonkurrenz und veränderte Konsumgewohnheiten belasten die Branche strukturell.
Auswirkungen auf den Handel in der Region
Für die betroffenen Städte bedeuten die Schließungen leere Ladenflächen in Innenstadtlagen und Gewerbegebieten. Gerade kleinere Städte wie Backnang oder Bühl verlieren damit einen bekannten Frequenzbringer im Einzelhandel. Die Suche nach Nachfolgemietern dürfte in einigen Lagen schwierig werden.
Für die Mitarbeiter in Baden-Württemberg sind Sozialplanverhandlungen Teil des Insolvenzverfahrens. Wie viele der rund 330 bundesweit betroffenen Stellen auf das Land entfallen, hat Depot bislang nicht aufgeschlüsselt.
Ausblick
Das Planinsolvenzverfahren ist der Versuch, das Unternehmen zu stabilisieren. Der Preis dafür ist hoch: Hunderte Jobs fallen weg, zahlreiche Filialen schließen. In Baden-Württemberg trifft es elf Standorte. Ob das verbleibende Netz mit 89 Filialen bundesweit wirtschaftlich tragfähig ist, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.
