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Tausende Stromkunden in Baden-Württemberg sind Opfer eines Cyberangriffs geworden. Die Netzbetreiber NetzeBW und Stuttgart Netze haben bestätigt, dass Hacker Kundendaten erbeutet haben. Betroffene müssen nun mit Missbrauch ihrer persönlichen Daten rechnen.
Zwei Netzbetreiber im Visier der Angreifer
NetzeBW versorgt als Tochter der EnBW weite Teile Baden-Württembergs mit Strom. Stuttgart Netze betreibt das Stromnetz in der Landeshauptstadt. Beide Unternehmen bestätigten den Datenverlust gegenüber dem SWR, nachdem die Stuttgarter Zeitung den Vorfall zuerst öffentlich gemacht hatte.
Welche Daten genau gestohlen wurden, ist bislang nicht vollständig bekannt. Bei vergleichbaren Angriffen auf Energieversorger standen zuletzt vor allem Namen, Adressen, Vertragsdaten und Bankverbindungen im Fokus der Angreifer. Ob auch IBAN-Nummern oder andere Zahlungsdaten betroffen sind, haben die Unternehmen bisher nicht im Detail kommuniziert.
Kunden tragen das Risiko
Gestohlene Kundendaten landen häufig im Darknet, wo sie verkauft und für kriminelle Zwecke genutzt werden. Die Bandbreite reicht von Phishing-Mails bis zum vollständigen Identitätsdiebstahl.
Beim Phishing schreiben Betrüger Betroffene mit täuschend echten Nachrichten an und geben sich als Bank, Energieversorger oder Behörde aus. Ziel ist es, weitere sensible Daten zu ergaunern oder Überweisungen zu veranlassen.
Identitätsdiebstahl geht noch weiter. Kriminelle eröffnen mit gestohlenen Daten Konten, schließen Verträge ab oder bestellen Waren auf fremden Namen. Betroffene bemerken das oft erst, wenn Mahnungen eintreffen.
Was Betroffene jetzt tun sollten
Kunden von NetzeBW und Stuttgart Netze sollten ihre Kontoauszüge genau prüfen. Unbekannte Abbuchungen müssen sofort der Bank gemeldet werden. Passwörter für Online-Portale des Energieversorgers sollten unverzüglich geändert werden.
Wer eine verdächtige E-Mail erhält, sollte keine Links anklicken und keine Anhänge öffnen. Im Zweifel empfiehlt sich ein direkter Anruf beim Unternehmen. Betroffene können außerdem schriftlich bei NetzeBW oder Stuttgart Netze anfragen, welche ihrer Daten vom Vorfall betroffen sind. Dieses Auskunftsrecht ergibt sich aus der Datenschutz-Grundverordnung.
Energieversorger im Fadenkreuz der Cyberkriminalität
Der Angriff auf die beiden Netzbetreiber reiht sich in eine Serie ähnlicher Vorfälle ein. Auch der Stromanbieter Tibber wurde zuletzt Opfer eines Hackerangriffs, bei dem mehr als 50.000 Datensätze gestohlen und anschließend im Darknet angeboten wurden.
Energieversorger speichern neben persönlichen Informationen auch Verbrauchsdaten, Lastprofile und Bankverbindungen. Das macht sie für Cyberkriminelle attraktiv. Viele Netzbetreiber sind Teil der kritischen Infrastruktur, weshalb ein erfolgreicher Angriff weit über den Datenverlust hinausgehen kann.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat die Bedrohungslage für kritische Infrastrukturen zuletzt als hoch eingestuft. Energieversorger gehören dabei zu den bevorzugten Zielgruppen.
Unternehmen unter Druck
Der Datenverlust bei NetzeBW und Stuttgart Netze ist kein Einzelfall. Für betroffene Kunden beginnt nun eine Phase erhöhter Wachsamkeit. Die Unternehmen stehen in der Pflicht, transparent zu kommunizieren und Betroffene aktiv zu informieren.
