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Continental-Tochter Contitech beendet ihren Betrieb in Freiburg. Das dortige Forschungszentrum für funktionale Drucktechnologie soll bis Ende des Jahres geschlossen werden. Das Unternehmen begründet den Schritt damit, dass der Standort nicht mehr zum künftigen Produktportfolio passe.
Forschung ohne Zukunft im neuen Portfolio
In Freiburg betrieb Contitech eines seiner kleinsten Zentren. Der Fokus lag auf funktionaler Drucktechnologie, einem Bereich, in dem Prototypen für industrielle Anwendungen entwickelt wurden. Das Zentrum war Anlaufstelle für Entwicklungen rund um Industrie-4.0-Anwendungen.
Dieser Forschungsansatz passt offenbar nicht mehr zur Strategie des Unternehmens. Contitech richtet sich neu aus und gibt Technologiebereiche auf, die nicht zum Kerngeschäft gehören. Freiburg trifft es als Forschungsstandort besonders.
Teil einer umfassenden Restrukturierung
Die Schließung in Freiburg ist kein Einzelfall. Contitech steckt mitten in einem tiefgreifenden Umbau. Bereits im Januar 2025 kündigte das Unternehmen die Schließung von vier Werken an. Damals waren rund 580 Arbeitsplätze betroffen, unter anderem an Standorten in Thüringen und Sachsen.
Im November 2025 folgte die nächste Ankündigung: Contitech will ab 2028 jährlich 150 Millionen Euro einsparen. Dafür sollen weltweit Stellen abgebaut werden. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 20.000 Menschen weltweit, rund 7.700 davon in Deutschland.
Parallel dazu bereitet Mutterkonzern Continental den Verkauf des Unternehmensbereichs Contitech vor. Nach dem Verkauf will sich Continental auf sein Kerngeschäft als Reifenhersteller konzentrieren. Im Zuge dieser Verselbstständigung werden Standorte und Produktlinien neu bewertet. Eine Produktionslinie vom Standort Hannover-Vahrenwald wurde bereits an einen Automotive-Standort verlagert.
Freiburg als Verlierer des Strukturwandels
Für den Wirtschaftsstandort Freiburg ist die Nachricht ein Rückschlag. Die Stadt am Rande des Schwarzwalds hat sich in den vergangenen Jahren als Standort für Technologie und Innovation positioniert, forschungsnahe Unternehmen galten dabei als wichtige Bausteine.
Wie viele Arbeitsplätze in Freiburg konkret wegfallen, ist bislang nicht öffentlich bekannt. Der Standort war stets einer der kleinsten im Contitech-Netzwerk. Er steht dennoch für den Rückzug eines Industriekonzerns aus einem spezialisierten Forschungsfeld.
Ob Beschäftigte an andere Standorte wechseln können oder Stellen vollständig wegfallen, hat Contitech bislang nicht kommuniziert.
Branche unter Druck
Die Entwicklung bei Contitech steht nicht allein. Die Automobilzulieferbranche kämpft mit schwacher Nachfrage, steigenden Kosten und dem Übergang zur Elektromobilität. Viele Unternehmen schließen Standorte, die sich nicht mehr rechnen oder strategisch nicht mehr ins Bild passen.
Auch andere Zulieferer haben in den vergangenen Monaten Werke in Deutschland geschlossen oder Produktionen ins Ausland verlagert. Die Restrukturierung bei Continental und seiner Tochter Contitech beschleunigt diesen Prozess.
Fazit
Das Ende des Freiburger Forschungszentrums steht für den Strukturwandel in der deutschen Industrie. Contitech konzentriert sich auf sein Kerngeschäft und gibt spezialisierte Technologiefelder auf. Für Freiburg bedeutet das den Verlust eines Technologiestandorts, der einst als Zukunftsprojekt galt. Wie viele Beschäftigte betroffen sind und welche Perspektiven sie haben, bleibt vorerst offen.
