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Der Betriebsrat der Porsche-Tochter Cellforce hat dem Stuttgarter Automobilhersteller vorgeworfen, die Schließung des Unternehmens so schnell wie möglich zu betreiben. In einer Pressemitteilung vom 28. August 2026 machen die Arbeitnehmervertreter dem Konzern schwere Vorwürfe. Die Belegschaft am Standort Kirchentellinsfurt sieht sich vom Mutterkonzern im Stich gelassen.
Vorwurf: Porsche ignoriert Alternativkonzept
Cellforce wurde gegründet, um Hochleistungsbatteriezellen für Porsche-Elektroautos zu entwickeln und zu produzieren. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Kirchentellinsfurt bei Tübingen. Dort arbeiten derzeit 286 Beschäftigte.
Der Betriebsrat berichtet, er habe Ende Juli 2026 ein Alternativkonzept vorgestellt, das eine Perspektive für den Standort und die Arbeitsplätze aufzeigen sollte. Porsche habe das Konzept jedoch nicht ernsthaft geprüft. Der Betriebsrat spricht von einer Blockadehaltung des Mutterkonzerns.
Dem Vernehmen nach sollen rund 200 der 286 Stellen wegfallen, was einem Stellenabbau von etwa 70 Prozent entspräche. Für die betroffene Region wäre das ein erheblicher Einschnitt.
Porsche unter Spardruck
Der Stellenabbau bei Cellforce fügt sich in ein größeres Bild ein. Porsche-Chef Michael Leiters hat sich mit dem Gesamtbetriebsrat des Konzerns auf ein Sparpaket verständigt. In den kommenden Jahren sollen konzernweit insgesamt 9.000 Stellen wegfallen.
Porsche steht wie viele deutsche Automobilhersteller unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Sinkende Absatzzahlen, hohe Investitionen in die Elektromobilität und ein schwieriges Marktumfeld belasten das Ergebnis. Vor diesem Hintergrund prüft der Konzern offenbar, welche Tochtergesellschaften und Projekte er weiterführt.
Cellforce als Pilotprojekt für die Zellfertigung
Cellforce war als strategisches Projekt gedacht, das Porsche unabhängiger von externen Batteriezell-Lieferanten machen sollte. Eine eigene Zellfertigung gilt als wichtiger Wettbewerbsvorteil.
Nun deutet vieles darauf hin, dass Porsche diesen Weg nicht weiterverfolgt. Der Betriebsrat wertet das als strategischen Rückzug und befürchtet, dass das Know-how der Belegschaft verloren geht.
Beschäftigte fordern Klarheit
Die Arbeitnehmervertreter fordern von Porsche eine klare Aussage zur Zukunft des Standorts und verlangen, dass das Alternativkonzept ernsthaft geprüft wird. Bisher, so der Vorwurf, habe Porsche keine konstruktive Antwort geliefert.
Für die rund 200 von Entlassung bedrohten Mitarbeiter bedeutet die Lage große Unsicherheit. Viele von ihnen sind Fachkräfte mit spezifischer Expertise in der Batterietechnologie. Ein Stellenabbau in dieser Größenordnung trifft den Standort Kirchentellinsfurt hart.
Offener Konflikt
Der Konflikt zwischen dem Betriebsrat von Cellforce und dem Mutterkonzern Porsche ist offen ausgebrochen. Die Arbeitnehmerseite hat die Auseinandersetzung in die Öffentlichkeit getragen. Wie es mit dem Standort Kirchentellinsfurt weitergeht, ist derzeit offen.
