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Auf der Landespressekonferenz in Stuttgart haben die neun staatlichen Universitäten Baden-Württembergs gemeinsam 99 Forschungsprojekte vorgestellt, die auf eine Welt ohne fossile Rohstoffe und Energieträger abzielen. Die Projekte reichen von neuen Energietechnologien bis zu nachhaltigen Konzepten für den Umgang mit Ressourcen.
Gemeinsamer Auftritt mit strategischer Botschaft
Der koordinierte Auftritt der neun Hochschulen ist ungewöhnlich. Universitäten in Baden-Württemberg stehen normalerweise im Wettbewerb um Fördermittel und Talente. Diesmal traten sie geschlossen auf. Das Signal dahinter ist klar: Forschung für eine postfossile Zukunft ist kein Randthema einzelner Institute, sondern ein Schwerpunkt des gesamten Wissenschaftsstandorts Baden-Württemberg.
Beteiligt sind alle neun Landesuniversitäten: Freiburg, Heidelberg, Hohenheim, Karlsruhe, Konstanz, Mannheim, Stuttgart, Tübingen und Ulm. Jede Hochschule bringt eigene Stärken ein und gemeinsam decken sie ein breites Spektrum ab, von der Grundlagenforschung bis zur anwendungsnahen Entwicklung.
Technologien und Konzepte für den Wandel
Die 99 Projekte geben einen exemplarischen Überblick darüber, wie wissenschaftliche Erkenntnisse in neue Technologien und Konzepte münden können. Im Fokus stehen Alternativen zu Erdöl, Erdgas und Kohle, konkret neue Energiespeicher, erneuerbare Rohstoffe und effizientere Produktionsprozesse.
Für Baden-Württemberg ist das besonders relevant. Das Land ist industriell stark geprägt. Automobilbau, Maschinenbau und Chemie sind auf verlässliche Energieversorgung angewiesen. Der Wandel weg von fossilen Quellen betrifft diese Branchen direkt. Forschungsergebnisse aus den Universitäten können den Unternehmen konkrete Lösungswege liefern.
Von der Grundlage zur Anwendung
Die Projekte folgen keinem einheitlichen Schema. Manche Forschergruppen arbeiten an grundlegenden chemischen Prozessen, andere entwickeln Konzepte, die sich direkt in der Industrie einsetzen lassen. Diese Mischung ist gewollt: Langfristige Grundlagenforschung und kurzfristig anwendbare Lösungen ergänzen sich.
Die Universität Stuttgart ist mit eigenen Projekten vertreten. Ebenso die Universität Ulm, die unter anderem im Bereich Batterietechnologie bekannt ist. Die Universität Heidelberg bringt naturwissenschaftliche Grundlagenforschung ein. Die Universität Hohenheim forscht traditionell zu Agrar- und Bioenergiesystemen.
Wirtschaft und Wissenschaft näher zusammenbringen
Die Initiative hat auch einen wirtschaftspolitischen Aspekt. Baden-Württemberg will seinen Ruf als Innovationsstandort verteidigen. Der Druck auf die Industrie, klimaneutral zu werden, wächst. Unternehmen suchen nach Partnern in der Wissenschaft. Die Präsentation der 99 Projekte macht sichtbar, wo Anknüpfungspunkte bestehen.
Mittelständische Unternehmen im Land profitieren besonders von anwendungsnaher Forschung. Viele haben keine eigenen großen Forschungsabteilungen und sind auf externe Expertise angewiesen. Die Landesuniversitäten können diese Lücke schließen, wenn Projekte und Unternehmensbedarf zusammenfinden.
Koordination über die Landesrektorenkonferenz
Organisiert wurde die gemeinsame Präsentation über die Landesrektorenkonferenz Baden-Württemberg, das Gremium, das Fragen koordiniert, die alle Hochschulen des Landes gemeinsam betreffen. Die Auswahl der 99 Projekte erfolgte durch die Universitäten selbst; jede Hochschule stellte aus ihrem Forschungsportfolio geeignete Vorhaben zusammen.
Die Kommunikation übernahm unter anderem die Universität Mannheim, vertreten durch Linda Schädler aus der Abteilung Kommunikation. Die Präsentation fand am 21. Juli 2026 statt.
Forschungsstandort setzt klare Prioritäten
Die gemeinsame Initiative der neun Landesuniversitäten ist ein Bekenntnis zur postfossilen Transformation. Die Expertise, die für diesen Wandel gebraucht wird, ist vorhanden. Ob Forschung und Praxis konsequent zusammenfinden, wird sich zeigen.
