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Baden-Württemberg streicht Wohnzuschüsse für einen Großteil der Azubis. Betroffen sind Berufe im Handwerk und im Gastgewerbe. Verbände warnen, die Streichung gefährde Ausbildungsplätze und verschärfe den Fachkräftemangel.
Was wegfällt und wen es trifft
Bislang konnten Auszubildende in bestimmten Berufen staatliche Zuschüsse für Wohnen und Fahrtkosten beantragen. Diese Leistungen fallen nun für viele weg. Besonders hart trifft es Berufe, bei denen Azubis auswärts die Berufsschule besuchen müssen.
Im Handwerk ist das die Regel. Viele Lehrberufe werden in sogenannten Blockunterrichtsphasen beschult. Azubis müssen dabei wochenlang in anderen Städten wohnen. Ohne Zuschuss müssen sie diese Kosten selbst tragen.
Auch das Gastgewerbe ist betroffen. Auszubildende in Hotel- und Restaurantberufen stehen vor derselben Situation. Branchenverbände fordern, die Zuschüsse zumindest für diese Berufsgruppen zu erhalten.
Verbände warnen vor Rückgang bei Ausbildungszahlen
Der Handwerkstag Baden-Württemberg kritisiert die Entscheidung scharf. Die Kosten für Unterkunft und Anreise seien für viele junge Menschen und ihre Familien nicht einfach stemmbar. Wer sich die Ausbildung nicht leisten kann, wählt einen anderen Weg.
Der Fachkräftemangel im Handwerk ist bereits heute spürbar. Offene Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt. Fallen finanzielle Anreize weg, verschärft sich dieses Problem weiter.
Auch Vertreter des Gastgewerbes melden sich zu Wort. Die Branche kämpft seit Jahren darum, genug Nachwuchs zu gewinnen. Höhere Hürden beim Zugang zur Ausbildung seien das falsche Signal.
Haushaltsdruck als Hintergrund
Die Landesregierung steht unter Spardruck. Wie andere Bundesländer kämpft Baden-Württemberg mit strukturellen Haushaltslücken. Förderleistungen für Azubis geraten dabei ins Visier.
Ähnliche Debatten gibt es auf Bundesebene. Dort ringt die Koalition um Reformen bei BAföG und Wohnzuschüssen für Studierende. Die Haushaltslage zwingt zu Priorisierungen. Bildung und Ausbildung gehören dabei nicht immer zu den Gewinnern.
Was Betroffene jetzt brauchen
Handwerksbetriebe stehen vor einer schwierigen Abwägung. Übernehmen sie die Kosten für ihre Azubis selbst, oder nehmen sie den Rückgang bei Bewerbungen in Kauf? Für kleine Betriebe ist das eine echte Belastung.
Verbände fordern rasche Nachbesserungen. Mindestens für Ausbildungsberufe mit auswärtigem Berufsschulunterricht sollen die Zuschüsse erhalten bleiben. Ein Kompromiss sei nötig, bevor die Regelung greife.
Fazit
Die Streichung trifft Branchen, die dringend Nachwuchs brauchen. Handwerk und Gastgewerbe in Baden-Württemberg erwarten von der Landespolitik eine schnelle Lösung.
