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Das Solar Cluster Baden-Württemberg hat einen eigenen Vorschlag zur Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes vorgelegt. Der Branchenverband will die starre Einspeisevergütung für PV-Kleinanlagen durch ein marktnahes Modell ersetzen. Kern des Vorschlags ist eine Jahresabrechnung auf Basis des Börsenstrompreises.
Was der Verband konkret fordert
Das Solar Cluster BW schlägt vor, die klassische feste Einspeisevergütung abzulösen. An ihre Stelle soll eine vereinfachte Direktvermarktung treten. Die Vergütung richtet sich dann nach dem durchschnittlichen Börsenstrompreis über das gesamte Jahr.
Damit entfällt die aufwendige monatliche Abrechnung. Betreiber kleiner Solaranlagen sollen so weniger Bürokratie haben und werden stärker an den Markt herangeführt.
Ein zweites Element des Modells ist die dynamische Abregelung. Bei negativen oder sehr niedrigen Börsenstrompreisen soll die Einspeisung automatisch reduziert werden, über den Wechselrichter oder ein Heimenergiemanagement-System.
Warum das bisherige System an Grenzen stößt
Das geltende EEG sieht für Kleinanlagen feste Vergütungssätze vor, unabhängig vom Marktpreis. In Phasen mit hohem Solarangebot drückt das den Börsenstrompreis teils ins Negative.
Wer trotzdem einspeist, erzeugt Kosten für das Netz. Das Solar Cluster BW sieht darin ein strukturelles Problem: Starre Vergütungen setzten falsche Anreize, so die Argumentation des Verbands.
Die herkömmliche Direktvermarktung gilt für viele Kleinanlagenbetreiber als zu kompliziert. Das neue Modell soll Marktintegration vereinfachen und Bürokratie abbauen.
Technik als Schlüssel
Steuerung über Wechselrichter und HEMS
Die automatische Abregelung bei niedrigen Preisen ist technisch umsetzbar. Moderne Wechselrichter können Preissignale empfangen und die Einspeisung drosseln. Heimenergiemanagement-Systeme, kurz HEMS, übernehmen diese Steuerung ebenfalls.
Für Besitzer neuerer Anlagen ist diese Technik oft schon vorhanden. Das Solar Cluster BW geht davon aus, dass die Marktintegration so ohne großen Zusatzaufwand gelingt.
Wirtschaftlichkeit für Kleinanlagenbetreiber
Das Modell soll Kleinanlagen wirtschaftlich attraktiver machen. Eine Jahresabrechnung auf Börsenbasis ist einfacher kalkulierbar als stündliche Preiswechsel. Betreiber wissen am Jahresende, welchen Durchschnittspreis sie erzielt haben.
Der Verband sieht darin einen fairen Ausgleich: Die Anlage bleibt wirtschaftlich, der Netzbetrieb wird stabilisiert.
Kontext: EEG-Novelle steht an
Der Vorschlag des Solar Clusters fällt in eine Phase, in der die Bundesregierung an einer Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes arbeitet. Verschiedene Akteure bringen sich mit eigenen Modellen in die Debatte ein.
Das Solar Cluster Baden-Württemberg versteht seinen Vorstoß als konkreten Beitrag dazu. Der Verband repräsentiert Unternehmen aus der Solarbranche im Südwesten. Baden-Württemberg gilt als einer der wichtigsten Solarstandorte in Deutschland.
