Baden-Württemberg zieht einen klaren Schnitt. Das Land fördert ab sofort keine Dieselbusse mehr. Verkehrsminister Winfried Hermann stellte Anfang März 2026 das neue Busförderprogramm vor. Das Ergebnis: 213 Linienbusse erhalten Landesmittel, alle davon emissionsfrei.
48 Millionen Euro nur für saubere Antriebe
Das Fördervolumen für 2026 beträgt 48 Millionen Euro. Gegenüber dem Vorjahr hat das Land den Betrag aufgestockt. Die Mittel fließen ausschließlich in emissionsfreie Fahrzeuge. Von den 213 geförderten Linienbussen sind 206 batterieelektrisch betrieben. Sieben weitere fahren mit Brennstoffzellentechnologie.
Dieselbusse gehen leer aus, unabhängig von ihrer Abgasklasse. Das gilt auch für Fahrzeuge mit der neuesten Euro-VI-Technologie. Eine Förderung über synthetische Kraftstoffe wie HVO 100 ist ebenfalls nicht vorgesehen.
Kritik aus der Branche
Nicht alle Beteiligten begrüßen den Kurswechsel vorbehaltlos. Lokale Branchenverbände bedauern den Ausschluss moderner Dieseltechnologie. Ihr Argument: Neuere Dieselbusse könnten in Kombination mit HVO 100 schnell und vergleichsweise günstig CO2-Emissionen senken. Der Umstieg auf rein elektrische Flotten dagegen erfordert hohe Investitionen in Infrastruktur und Fahrzeuge.
Dennoch begrüßen Verbände die Fortführung der allgemeinen Busförderung durch das Land. Die finanzielle Unterstützung für den öffentlichen Nahverkehr bleibt damit grundsätzlich gesichert.
Gesetzliche Vorgaben als Treiber
Hinter dem Förderstopp stecken auch rechtliche Anforderungen. Baden-Württemberg erfüllt mit dem Programm die gesetzlichen Vorgaben für emissionsfreie Busse im öffentlichen Nahverkehr. Bei der tatsächlichen Umsetzung sauberer Flotten besteht aber noch Aufholbedarf.
Verkehrsminister Hermann hatte bereits 2020 erste Schritte eingeleitet. Damals förderte das Land die Nachrüstung von Dieselbussen mit NOx-Minderungssystemen. Dieser Ansatz gehört nun der Vergangenheit an. Die Landesregierung setzt konsequent auf den vollständigen Technologiewechsel.
Herausforderung für kommunale Verkehrsbetriebe
Der Förderausschluss trifft vor allem kleinere Verkehrsbetriebe und kommunale Unternehmen. Batterieelektrische Busse kosten in der Anschaffung deutlich mehr als Dieselfahrzeuge. Dazu kommen Investitionen in Ladeinfrastruktur und Depottechnik.
Für viele Betreiber im ländlichen Raum stellt das eine erhebliche finanzielle Hürde dar. Ohne Landesförderung für Übergangsfahrzeuge wie moderne Dieselbusse oder Hybride bleibt der Handlungsspielraum eng.
Fazit
Baden-Württemberg schlägt mit dem Busförderprogramm 2026 ein neues Kapitel auf. Der vollständige Ausschluss von Dieselbussen ist ein konsequentes Signal Richtung emissionsfreier Mobilität. Ob das Tempo des Wandels für alle Verkehrsunternehmen im Land tragbar ist, wird sich in den kommenden Jahren zeigen. Die 48 Millionen Euro sind ein starkes Bekenntnis. Die Umsetzung vor Ort bleibt die eigentliche Bewährungsprobe.
