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Baden-Württemberg setzt auf ein einfaches Modell gegen den Fachkräftemangel. Mit den landesweiten Praktikumswochen können Betriebe und Schülerinnen und Schüler ab 15 Jahren unkompliziert in Kontakt treten. Ein eintägiges Schnupperpraktikum reicht, um beide Seiten ins Gespräch zu bringen.
Zweimal im Jahr: die Termine 2025
Im Jahr 2025 finden die Praktikumswochen zweimal statt. Der erste Durchlauf läuft vom 30. Mai bis zum 23. Juni 2025. Er umfasst die Pfingstferien sowie zwei Schulwochen davor. Der zweite Durchlauf startet am 13. Oktober und endet am 30. Oktober 2025. Dieser Termin liegt in den Herbstferien und den zwei Schulwochen davor.
Schülerinnen und Schüler haben damit zweimal pro Jahr die Gelegenheit, Berufe auszuprobieren. Unternehmen können an beiden Runden teilnehmen oder gezielt einen Termin wählen.
So funktioniert die Anmeldung
Das Verfahren ist bewusst schlank gehalten. Unternehmen melden ihre Praktikumsplätze über eine Online-Plattform an. Das dauert laut Anbieter nur wenige Minuten. Danach übernimmt eine automatische Vermittlung die Zuteilung. Schülerinnen und Schüler werden passend zum jeweiligen Betrieb vorgeschlagen.
Für die Jugendlichen gilt: Sie registrieren sich auf der Plattform und werden anschließend an geeignete Unternehmen vermittelt. Ein aufwendiger Bewerbungsprozess entfällt auf beiden Seiten.
Breite Trägerschaft hinter dem Programm
Die Praktikumswochen sind kein Einzelprojekt. Hinter dem Programm stehen das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus, das Kultusministerium sowie die Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit. Außerdem sind Arbeitgeberverbände und Kammern beteiligt, darunter Handwerkskammern und Industrie- und Handelskammern im Land.
Das Programm ist politisch gewollt und institutionell verankert. Es handelt sich um ein koordiniertes Landesangebot, kein einzelnes Förderprojekt.
Chance für Mittelstand und Handwerk
Gerade für kleine und mittelständische Unternehmen ist das Format interessant. Viele Betriebe haben weder Zeit noch Ressourcen für aufwendige Recruiting-Maßnahmen. Ein eintägiges Schnupperpraktikum lässt sich auch kurzfristig organisieren.
Viele Jugendliche kennen handwerkliche Berufe kaum aus eigener Erfahrung. Ein Tag im Betrieb kann das ändern. Wer einen jungen Menschen früh für seinen Beruf begeistert, sichert sich einen potenziellen Auszubildenden.
Das Programm richtet sich an Schülerinnen und Schüler ab 15 Jahren, was in etwa der neunten Klasse entspricht. In diesem Alter beginnt in vielen Schulen die aktive Berufsorientierungsphase.
Berufsorientierung mit System
Das Format folgt dem Prinzip: ausprobieren statt nur informieren. Klassische Berufsberatung findet oft im Klassenraum statt. Die Praktikumswochen verlagern die Orientierung in die Praxis. Schülerinnen und Schüler sehen, wie ein Betrieb funktioniert, und erleben, ob ein Beruf zu ihnen passt.
Manche nutzen die Möglichkeit, innerhalb weniger Wochen mehrere Berufe kennenzulernen. Der Slogan lautet entsprechend: fünf Tage, fünf Berufe. Das ist das Maximum, aber kein Muss. Schon ein einzelner Praktikumstag kann ausschlaggebend sein.
Fazit
Die Praktikumswochen Baden-Württemberg senken die Hürden auf beiden Seiten. Unternehmen melden Plätze in wenigen Minuten an. Schülerinnen und Schüler kommen ohne Bewerbungsaufwand in den Betrieb. Wer als Unternehmen in Baden-Württemberg Nachwuchs sucht, sollte beide Termine 2025 im Blick behalten.
