Die Wirtschaft in Baden-Württemberg steht unter Druck. Eine aktuelle Konjunkturumfrage des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertags zeigt: Mehr Unternehmen als zuvor blicken pessimistisch auf die kommenden zwölf Monate. Der Anteil der Betriebe, die mit schlechteren Geschäften rechnen, ist gestiegen. Die strukturellen Probleme des Standorts sind dabei nicht neu, aber sie verschärfen sich.
Kosten und Bürokratie als zentrale Belastung
Die IHK nennt klare Gründe für die schlechte Stimmung. Hohe Energie- und Arbeitskosten belasten die Betriebe besonders stark. Hinzu kommen immer komplexere bürokratische Anforderungen. Verfahren ziehen sich hin. Standards variieren je nach Behörde und Region. Das kostet Zeit und Geld.
Viele Unternehmen im Mittelstand können diesen Aufwand kaum stemmen. Ihnen fehlen die Kapazitäten, die große Konzerne für Compliance und Verwaltung einsetzen können. Die IHK-Organisation fordert daher einen spürbaren Bürokratieabbau. Ohne diesen Schritt bleibe die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts gefährdet.
Exportschwäche trifft die Industrie hart
Baden-Württemberg ist ein Exportland. Die Industrie lebt von internationalen Märkten. Doch die globale Nachfrage schwächelt. Internationale Krisen und geopolitische Unsicherheiten bremsen das Exportgeschäft. Das spürt die Industrie direkt, besonders im Maschinenbau und in der Automobilzulieferkette.
Die IHK Schwaben berichtet von Bremseffekten in der schwäbischen Wirtschaft. Auch kleinere und mittlere Betriebe geraten unter Druck. Manche müssen aufgeben. Die Zahl der Unternehmensschließungen in Baden-Württemberg hat sich in der Krise erhöht.
Forschung: Budgets unter Druck
Auch bei Forschung und Entwicklung zeigen sich Sorgen. Die IHK-Umfrage zu Investitionen in Forschung und Entwicklung macht deutlich: Der Anteil der Unternehmen, die ihre FuE-Budgets kurz- und mittelfristig steigern wollen, ist begrenzt. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten wird Forschung oft als erstes gekürzt. Das ist gefährlich für einen Innovationsstandort wie Baden-Württemberg.
Kritik übt die IHK auch an politischen Entscheidungen. Die Abschaffung der Förderung im Rahmen der Digitalisierungsprämie Plus sendet aus Sicht der Kammern ein falsches Signal. Gerade jetzt brauchen Mittelständler Unterstützung bei der digitalen Transformation. Stattdessen werden Fördermittel gestrichen.
Landtagswahl 2026 als Chance
Die IHK Rhein-Neckar hat im Vorfeld der Landtagswahl 2026 konkrete Impulse formuliert. Die Forderungen sind eindeutig: weniger Bürokratie, schnellere Genehmigungsverfahren und verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen. Die Wirtschaft brauche keine Versprechen, sondern spürbare Entlastungen.
Der BWIHK betont, dass strukturelle Reformen dringend notwendig sind. Der politische Handlungsbedarf ist bekannt. Die Frage ist, ob die neue Landesregierung nach der Wahl schnell genug reagiert.
Fazit: Handlungsbedarf ist hoch
Die Stimmung im Baden-Württembergischen Mittelstand ist angespannt. Hohe Kosten, Bürokratie und schwächelnde Exportmärkte belasten die Betriebe. Die IHK-Umfragen zeichnen ein klares Bild: Ohne strukturelle Verbesserungen am Standort droht weiterer Schaden. Die Politik hat die Signale der Unternehmen. Jetzt muss sie handeln.
