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Baden-Württembergs Handwerk meldet ein positives Signal. Die Gesamtzahl der eingetragenen Handwerksbetriebe im Südwesten ist erstmals seit längerer Zeit wieder leicht gestiegen. Der Baden-Württembergische Handwerkstag meldete zuletzt 139.476 Betriebe im Land.
Gesamtzahl legt zu, zulassungspflichtiges Segment gibt nach
Das Gesamtbild ist gespalten. Die Betriebszahl im gesamten Handwerk stieg leicht an, während das zulassungspflichtige Handwerk minimal schrumpfte. Dort waren zuletzt 88.476 Betriebe eingetragen, ein Rückgang von 596 Betrieben beziehungsweise 0,7 Prozent gegenüber dem Jahresbeginn.
Das zulassungspflichtige Handwerk umfasst Berufe wie Elektriker, Klempner oder Bäcker. Bereits 2019 erzielte diese Gruppe Umsätze von 97,2 Milliarden Euro. Rund 644.000 tätige Personen erwirtschafteten damals rechnerisch je rund 150.862 Euro Umsatz pro Person. Seit 2008 stieg der Pro-Kopf-Umsatz in diesem Segment um 26,1 Prozent.
Mehr Azubis
Das Handwerk in Baden-Württemberg verzeichnete 16.326 neue Lehrverträge, ein Plus von 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Handwerkskammer-Präsident Rainer Reichhold gab diese Zahl in Stuttgart bekannt.
Der Anstieg zeigt, dass Betriebe trotz schwieriger Rahmenbedingungen weiter in Ausbildung investieren. Fachkräftenachwuchs bleibt für das Handwerk eine zentrale Herausforderung.
Stimmung im Handwerk hellt sich auf
Die Betriebe blicken vorsichtig optimistischer in die Zukunft. Mehr Aufträge sorgen für eine bessere Stimmungslage im Vergleich zu den Vorjahren. Verbände fordern gleichzeitig politische Reformen, insbesondere Bürokratieabbau und bessere Rahmenbedingungen.
Strukturwandel bleibt die eigentliche Aufgabe
Die leichte Erholung bei den Betriebszahlen ändert nichts daran: Das Handwerk steht strukturell unter Druck. Betriebsnachfolgen scheitern mangels Nachfolgern. Ältere Inhaber schließen ihre Betriebe, ohne dass junge Gründer nachrücken. Die gestiegene Gesamtzahl erklärt sich auch durch den Zuwachs im zulassungsfreien und im handwerksähnlichen Bereich.
In einzelnen Regionen wie Baden-Baden blieb die Zahl neuer Ausbildungsverträge konstant. Ballungsräume und ländliche Gebiete entwickeln sich weiterhin unterschiedlich.
Kleines Plus, offene Fragen
Die Trendwende bei den Betriebszahlen ist ein erstes Zeichen der Stabilisierung, aber kein Grund zur Entwarnung. Strukturelle Probleme bei Fachkräften, Betriebsnachfolge und politischen Rahmenbedingungen sind nicht gelöst. Ob aus dem leichten Zuwachs ein dauerhafter Aufwärtstrend wird, hängt von politischen Entscheidungen und der konjunkturellen Entwicklung ab.
