Das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg setzt 2026 ein klares Signal für die duale Berufsausbildung. Rund 13 Millionen Euro fließen in die Förderung überbetrieblicher Berufsausbildungslehrgänge, kurz ÜBA. Damit erreicht die Förderung einen neuen Höchststand gegenüber früheren Jahren.
Was hinter der überbetrieblichen Ausbildung steckt
Die überbetriebliche Ausbildung ist fester Bestandteil des dualen Systems. Sie ergänzt die Ausbildung im Betrieb und den Unterricht in der Berufsschule. In spezialisierten Bildungszentren erwerben Auszubildende Fertigkeiten, die ein einzelner Betrieb allein nicht vermitteln kann.
Das Ministerium für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus finanziert im Jahr 2026 rund 9.500 solcher Lehrgänge. Insgesamt nehmen daran etwa 94.000 Personen teil. Die Förderung deckt dabei sowohl Zuschüsse für die Lehrgangskosten als auch für Unterbringungskosten ab.
Deutliches Wachstum seit 2018
Der Vergleich mit früheren Jahren zeigt eine klare Entwicklung. Im Jahr 2018 stellte das Land noch rund 10 Millionen Euro bereit. 2022 waren es bereits 10,9 Millionen Euro. Für 2026 sind es nun 13 Millionen Euro. Das entspricht einem Anstieg von 30 Prozent gegenüber 2018.
Dieses Wachstum spiegelt den steigenden Bedarf an qualifiziertem Fachpersonal in Baden-Württemberg wider. Handwerk, Industrie und Bauwirtschaft suchen dringend gut ausgebildete Nachwuchskräfte.
Bauwirtschaft und Handwerk als Schwerpunkt
Besonders in der Bauwirtschaft spielt die überbetriebliche Ausbildung eine zentrale Rolle. Viele kleinere Handwerksbetriebe können bestimmte Ausbildungsinhalte nicht selbst abdecken. Spezialisierte Ausbildungszentren schließen diese Lücke.
Ein Beispiel ist der geplante Neubau eines Ausbildungszentrums in Neureut im Nordwesten von Karlsruhe. Für dieses Projekt sind bislang 130 Millionen Euro veranschlagt. Das zeigt, welchen Stellenwert das Land der überbetrieblichen Ausbildungsinfrastruktur beimisst.
Warum die Förderung strategisch wichtig ist
Baden-Württemberg ist eines der industriestärksten Bundesländer. Der Fachkräftemangel trifft Betriebe aller Größen hart. Die überbetriebliche Ausbildung sichert einheitliche Qualitätsstandards. Sie stellt sicher, dass Auszubildende unabhängig von der Betriebsgröße vollständige Kompetenzen erwerben.
Kleinbetriebe im Handwerk profitieren besonders stark. Sie können Auszubildende beschäftigen, ohne alle Ausbildungsinhalte selbst bereitstellen zu müssen. Der Staat übernimmt dabei einen wesentlichen Teil der Kosten.
Förderung stabilisiert das duale System
Die staatliche Beteiligung an den Lehrgangskosten senkt die finanzielle Hürde für Ausbildungsbetriebe. Das schützt vor allem kleinere Unternehmen vor übermäßiger Kostenbelastung. Gleichzeitig bleibt die Qualität der Ausbildung auf hohem Niveau.
Langfristige Investition in den Standort
Wer heute in Ausbildung investiert, sichert morgen den Fachkräftebedarf. Für Baden-Württemberg als Wirtschaftsstandort ist das eine Grundvoraussetzung. Ohne qualifizierten Nachwuchs können Betriebe ihre Kapazitäten langfristig nicht aufrechterhalten.
Fazit
Die 13 Millionen Euro für 2026 sind kein Selbstzweck. Sie sind eine gezielte Investition in die Wettbewerbsfähigkeit des Landes. Fast 94.000 Teilnehmer profitieren direkt. Handwerk und Bauwirtschaft sichern damit ihren Nachwuchs. Die kontinuierliche Erhöhung der Fördermittel zeigt: Das Land bekennt sich klar zur dualen Ausbildung als Fundament seiner Wirtschaftskraft.
