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Baden-Württemberg exportiert mehr als je zuvor. Im ersten Halbjahr 2026 lieferten Unternehmen aus dem Südwesten Waren im Wert von fast 126,5 Milliarden Euro ins Ausland. Das sind 3,8 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das meldet das Statistische Landesamt auf Basis vorläufiger Außenhandelsdaten. Hinter dem Gesamtplus verbergen sich jedoch deutliche Schwächen bei den wichtigsten Handelspartnern.
Wachstum mit Bremsspuren
Das Exportwachstum von 3,8 Prozent klingt solide. Im zweiten Quartal verlor der Zuwachs aber merklich an Schwung. Die exportorientierte Wirtschaft im Südwesten bleibt damit zwar auf Kurs, doch die Daten zeigen, dass zentrale Absatzmärkte schwächeln.
Besonders auffällig: Die Ausfuhren in die USA und nach China gehen zurück. Beide Länder gehören zu den wichtigsten Abnehmern baden-württembergischer Güter. Dass sie gleichzeitig schwächeln, ist für die Industrie im Land ein ernstes Signal.
USA bleiben wichtigster Partner, aber mit weniger Volumen
Die USA sind nach wie vor der bedeutendste Einzelmarkt für Baden-Württemberg. Doch die Ausfuhren dorthin sinken. Genaue Prozentzahlen für den USA-Rückgang liegen noch nicht öffentlich vor. Klar ist: Die geopolitische Lage und handelspolitische Unsicherheiten belasten das Geschäft spürbar.
Gerade der Mittelstand im Südwesten, der stark in den USA-Markt liefert, spürt diese Entwicklung. Maschinenbauer, Automobilzulieferer und Pharmaunternehmen sind dort besonders aktiv und treffen rückläufige Ausfuhren direkt.
China: Rückgang setzt sich fort
Auch der chinesische Markt enttäuscht. Die Ausfuhren nach China sinken ebenfalls, was vor allem zwei Branchen trifft: die Automobilindustrie und die Pharmaindustrie. Beide haben China in den vergangenen Jahren als Wachstumsmarkt genutzt. Diese Dynamik lässt nach.
Chinesische Hersteller übernehmen Marktanteile, die früher westliche Anbieter besetzt haben. Gleichzeitig schwächelt die Binnennachfrage in China. Für viele Betriebe im Südwesten bedeutet das: Das Chinageschäft kann nicht mehr als verlässlicher Wachstumsmotor dienen.
Welche Branche kompensiert?
Trotz der Schwäche bei Automobil und Pharma bleibt das Gesamtergebnis positiv. Der Maschinenbau gleicht die Lücken teilweise aus. Er zählt laut den vorliegenden Berichten zu den Stützen des Exportwachstums im ersten Halbjahr 2026.
Der Maschinenbau ist in Baden-Württemberg traditionell stark verankert. Viele mittelständische Unternehmen beliefern Kunden weltweit mit Spezialmaschinen und Anlagen. Diese Nachfrage hält sich in anderen Märkten stabiler als in China oder den USA.
Andere Märkte gewinnen an Bedeutung
Mit dem Rückgang in den USA und China richtet sich der Blick auf andere Regionen. Europäische Nachbarländer bleiben stabile Abnehmer. Märkte in Asien außerhalb Chinas, im Nahen Osten und in Teilen Lateinamerikas gewinnen für viele Südwest-Unternehmen an Relevanz.
Ob diese Märkte den Rückgang bei USA und China langfristig ausgleichen können, ist offen. Für viele Betriebe ist die Diversifizierung aber keine Option mehr, sondern Notwendigkeit.
Fazit
Baden-Württembergs Exportwirtschaft weist im ersten Halbjahr 2026 fast 126,5 Milliarden Euro Exportvolumen aus. Das Plus von 3,8 Prozent verdeckt jedoch strukturelle Probleme. Die Abhängigkeit von USA und China rächt sich, wenn beide Märkte gleichzeitig schwächeln. Der Mittelstand im Südwesten steht vor der Aufgabe, seine Exportstruktur breiter aufzustellen. Der Maschinenbau zeigt, dass das gelingen kann.
