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Die Automobilindustrie in Baden-Württemberg schrumpft spürbar. Zum Ende des ersten Halbjahres 2026 zählte das Statistische Landesamt noch 196.452 Beschäftigte in der Kraftfahrzeugherstellung des Landes. Das sind 11.344 Personen weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, ein Rückgang von 5,5 Prozent. Die Zahlen basieren auf vorläufigen Daten der Statistiker aus Fellbach bei Stuttgart.
Massiver Stellenabbau innerhalb von zwölf Monaten
Der Wirtschaftszweig „Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen“ gehört zu den größten Arbeitgebern im Südwesten. Jahrzehntelang galt Baden-Württemberg als das Autoland Deutschlands schlechthin. Konzerne wie Mercedes-Benz und Porsche sowie eine dichte Zuliefererlandschaft prägten die Beschäftigung in der Region.
Mehr als 11.000 Stellen fielen binnen eines Jahres weg. Das entspricht der Belegschaft eines mittelgroßen Industriebetriebs.
Schwächelnde Nachfrage und Umbau zur Elektromobilität
Die Nachfrage nach Fahrzeugen stagniert in wichtigen Absatzmärkten. Der Umbau zur Elektromobilität erfordert hohe Investitionen, und viele Arbeitsschritte, die früher in der Motorenfertigung anfielen, entfallen bei Elektrofahrzeugen.
Dazu kommen Kostendruckprogramme bei großen Herstellern und Zulieferern. Mehrere Unternehmen in Baden-Württemberg hatten in den vergangenen Monaten Stellenabbau angekündigt oder bereits umgesetzt. Die neue Statistik spiegelt diese Entwicklungen wider.
Zulieferer besonders betroffen
Neben den großen Fahrzeugherstellern trifft der Rückgang vor allem die Zulieferindustrie. Viele kleinere und mittlere Betriebe produzieren Komponenten für Verbrennungsmotoren, die bei Elektrofahrzeugen nicht mehr benötigt werden. Wer nicht rechtzeitig in neue Produkte investiert, verliert Aufträge und muss Personal abbauen.
Beschäftigung unter der 200.000er-Marke
Mit 196.452 Beschäftigten liegt die Zahl unter der Grenze von 200.000. Noch vor wenigen Jahren beschäftigte die Branche im Land deutlich mehr Menschen.
Das Statistische Landesamt weist ausdrücklich auf den vorläufigen Charakter der Daten hin. Endgültige Zahlen können leicht abweichen.
Ein Schlüsselsektor unter Druck
Die Automobilindustrie ist trotz des Stellenabbaus einer der wichtigsten Wirtschaftszweige Baden-Württembergs. Der Rückgang von 5,5 Prozent in nur einem Jahr zeigt, dass der Umbau der Branche Arbeitsplätze kostet. Wie viele davon durch neue Tätigkeiten in der Elektromobilität kompensiert werden, ist offen. Das Statistische Landesamt liefert mit seinen Zahlen einen Zwischenstand.
