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Volkswagen sucht seit einem Jahr einen neuen Personalvorstand. Jetzt steht offenbar eine Favoritin fest: Erika Rasch, eine Managerin des Stuttgarter Technologiekonzerns Bosch. Doch der Wolfsburger Aufsichtsrat blockiert die Entscheidung. Der Streit im Kontrollgremium verzögert die Besetzung weiter.
Ein Posten, ein Jahr, keine Entscheidung
Der Posten des VW-Personalvorstands ist seit Juli 2025 unbesetzt. Damals schied Gunnar Kilian überraschend aus dem Konzern aus. Volkswagen sprach von unterschiedlichen Vorstellungen bei der Steuerung von Beteiligungsgesellschaften. Seitdem läuft die Suche nach einer Nachfolge.
Medienberichten zufolge sollte der VW-Aufsichtsrat bereits vergangenen Donnerstag über die Personalie abstimmen. Der Beschluss kam nicht zustande. Die Gründe für den Aufschub sind nicht öffentlich bekannt. Weder Volkswagen noch Bosch wollten sich zu den Berichten äußern.
Bosch-Managerin Erika Rasch als Favoritin
Als aussichtsreichste Kandidatin gilt Erika Rasch. Sie ist derzeit bei Bosch in einer leitenden Funktion tätig. Rasch genieße im gesamten Aufsichtsratsgremium hohes Ansehen, heißt es in übereinstimmenden Berichten. An ihrer fachlichen Eignung zweifelt offenbar niemand im Kontrollgremium.
Trotz des Streits gilt Rasch weiterhin als Favoritin für den Posten. Die Blockade im Aufsichtsrat richtet sich den Berichten zufolge nicht gegen ihre Person. Die internen Differenzen haben andere Ursachen, die mit der anhaltenden Krise des Konzerns zusammenhängen.
Bosch und VW unter Druck
Die Personaldiskussion bei VW fällt in eine schwierige Phase für die Automobilindustrie. Volkswagen kämpft mit strukturellen Problemen, sinkenden Absatzzahlen und dem Umbau Richtung Elektromobilität. Auch Bosch steht unter Druck. Der Stuttgarter Zulieferer hat zuletzt tausende Stellen gestrichen.
Ein Wechsel von Rasch zu VW würde Bosch in einer ohnehin angespannten Lage treffen. Der Vorgang zeigt, wie eng die personellen Verflechtungen zwischen deutschen Automobilkonzernen und ihren Zulieferern sind.
Aufsichtsratsstreit als Symptom tieferer Probleme
Dass ein Aufsichtsrat bei einer Personalentscheidung dieser Größenordnung streitet, ist nicht ungewöhnlich. Bei Volkswagen hat dieser Streit jedoch eine besondere Qualität. Der Konzern trägt seit Jahren Konflikte zwischen Eigentümerfamilien, Gewerkschaft und Landesvertretern aus. Der Betriebsrat ist im VW-Aufsichtsrat stark vertreten, was Entscheidungen komplexer macht als anderswo.
Der vakante Personalvorstandsposten ist kein Randthema. Gerade beim Konzernumbau ist die Personalpolitik zentral. Stellenabbau, Tarifkonflikte und der Umbau der Belegschaft erfordern eine starke Führung im Personalressort. Jede weitere Verzögerung kostet den Konzern Zeit und Handlungsfähigkeit.
Fazit
VW hat nach einem Jahr Suche eine Kandidatin gefunden. Erika Rasch von Bosch hat offenbar die nötige Akzeptanz im Gremium. Doch solange der Aufsichtsrat intern streitet, bleibt der Posten unbesetzt. Für einen Konzern in der Krise ist das kein gutes Signal.
