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Baden-Württembergs Wirtschaft hat die Trendwende geschafft. Das Bruttoinlandsprodukt des Landes stieg im ersten Halbjahr 2026 preisbereinigt um 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das teilt das Statistische Landesamt auf Basis vorläufiger Berechnungen des Arbeitskreises Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder mit. Damit endet eine Durststrecke von drei aufeinanderfolgenden Jahren mit rückläufiger Wirtschaftsleistung.
Industrie als Haupttreiber des Aufschwungs
Der Wachstumsschub kommt vor allem aus der Industrie. Die Bruttowertschöpfung im verarbeitenden Gewerbe ist laut Statistischem Landesamt deutlich gestiegen. Die Industrie ist das Rückgrat der Landeswirtschaft. Maschinenbau, Fahrzeugbau und Elektrotechnik prägen den Südwesten seit Jahrzehnten.
Zuletzt war das BIP des Landes um 0,6 Prozent gesunken. Die Industrie hatte unter schwacher Exportnachfrage, hohen Energiekosten und globaler Unsicherheit gelitten. Das erste Halbjahr 2026 deutet nun auf eine Erholung hin, die von der Produktionsseite getragen wird.
Dienstleistungen wachsen moderat, Bau bleibt im Minus
Die Dienstleistungsbereiche legten im selben Zeitraum moderat zu, blieben aber hinter der Dynamik der Industrie zurück.
Klar im Minus bleibt das Baugewerbe. Der Rückgang, der bereits seit mehreren Quartalen anhält, setzte sich auch im ersten Halbjahr 2026 fort. Hohe Zinsen und schwache Nachfrage belasten die Branche weiterhin. Für den Mittelstand im Südwesten, der im Bauzulieferer- und Handwerksbereich stark vertreten ist, bleibt das ein belastender Faktor.
Gesamtdeutsche Entwicklung stützt den Trend
Baden-Württemberg steht mit seiner Erholung nicht allein. Konjunkturforscher rechnen für Deutschland insgesamt mit einem Wachstum von mehr als einem Prozent im Jahr 2026. Die Wirtschaftsinstitute haben ihre Prognosen zuletzt deutlich nach oben korrigiert. Der Südwesten wächst damit etwas stärker als der Bundesschnitt.
Sachsen-Anhalt beispielsweise verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 ein BIP-Wachstum von 0,6 Prozent. Baden-Württemberg liegt mit 1,4 Prozent klar darüber.
Was das für den Mittelstand bedeutet
Für den Mittelstand im Südwesten ist das Signal eindeutig positiv. Viele kleine und mittlere Unternehmen hängen direkt an der Industriekonjunktur. Zulieferer, Logistiker und Dienstleister profitieren, wenn die Werke wieder besser ausgelastet sind.
Gleichzeitig bleibt Vorsicht angebracht. Die Erholung basiert auf vorläufigen Zahlen für das erste Halbjahr. Ob der Schwung anhält, hängt von der globalen Nachfrage, der Entwicklung der Energiepreise und der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank ab. Exportorientierte Mittelständler beobachten die internationalen Märkte genau.
Fazit
Das Plus von 1,4 Prozent im ersten Halbjahr 2026 ist ein klares Signal der Erholung. Nach drei Jahren Rückgang steht Baden-Württemberg wieder auf Wachstumskurs. Motor ist die Industrie. Der Mittelstand kann davon profitieren, solange die Rahmenbedingungen stabil bleiben. Das Baugewerbe bleibt der Problembereich, der die Gesamtentwicklung bremst. Ob die positive Tendenz im zweiten Halbjahr 2026 Bestand hat, wird sich zeigen.
