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Baden-Württemberg setzt das Lkw-Sonn- und Feiertagsfahrverbot vorübergehend außer Kraft. Der Grund ist wochenlange Trockenheit, die zu Lieferengpässen führen kann. Die Ausnahmeregelung gilt zunächst bis Ende August 2026. Damit folgt das Land mehreren anderen Bundesländern, die denselben Schritt bereits vollzogen haben.
Warum das Fahrverbot ausgesetzt wird
Das Sonntagsfahrverbot für Lkw im gewerblichen Güterverkehr ist in Deutschland gesetzlich verankert. Es soll die Straßen am Wochenende entlasten und die Sicherheit erhöhen. Vom 1. Juli bis 31. August gilt zusätzlich ein Ferienfahrverbot, das auch Samstage einschließt.
Die anhaltende Trockenheit hat die Situation auf Flüssen und Straßen verändert. Niedrigwasser schränkt den Schiffstransport ein, was den Druck auf den Straßengüterverkehr erhöht. Die Landesregierung reagierte mit der Aussetzung des Verbots, um Versorgungsengpässe zu verhindern.
Bundesverkehrsminister Bilger hatte sich für eine Lockerung ausgesprochen. Den praktischen Effekt der Maßnahme bewerten Fachleute allerdings als begrenzt. Im Einzelfall kann die Ausnahmeregelung helfen, eine flächendeckende Entlastung bei der Warenversorgung ist aber nicht zu erwarten.
ADAC warnt vor mehr Staus auf Hauptrouten
Der ADAC warnt: Mit der Aufhebung des Fahrverbots teilen sich Lkw und Urlauber sonntags dieselben Autobahnen. Besonders betroffen sind die A5, A6, A8 und A81. Auf diesen Strecken kommt es im Sommer schon ohne Lkw-Verkehr regelmäßig zu Rückstaus.
Der Automobilclub rechnet vor allem am Sonntagnachmittag mit Verzögerungen, wenn Urlauber auf der Rückreise und Lkw gleichzeitig unterwegs sind. Laufende Baustellen und die Verkehrsdichte rund um Stuttgart verschärfen die Lage zusätzlich.
Wer vom Fahrverbot betroffen ist und wer nicht
Das Sonntagsfahrverbot betrifft ausschließlich Lkw im gewerblichen Güterverkehr. Wohnmobile und Gespanne auf Urlaubsfahrten dürfen weiterhin uneingeschränkt fahren.
Für Spediteure und Logistikunternehmen in Baden-Württemberg bringt die Ausnahmeregelung kurzfristig mehr Planungsfreiheit, da sie Lieferungen auf das Wochenende verschieben können. Ob das die befürchteten Engpässe tatsächlich verhindert, hängt vom Einzelfall ab.
Bundesweiter Kontext: Mehr Länder lockern die Regelung
Baden-Württemberg steht mit dieser Entscheidung nicht allein. Mehrere Bundesländer haben das Sonntagsfahrverbot bereits zuvor gelockert oder ausgesetzt. In einem Fall reagierten zehn von sechzehn Bundesländern gemeinsam auf einen angekündigten Warnstreik im Verkehrssektor und zogen Warentransporte dadurch vor.
Die Ausnahme vom Sonntagsfahrverbot ist kein neues Instrument. Sie wird bei konkreten Versorgungslagen gezielt eingesetzt, die rechtliche Grundlage dafür besteht.
Fazit
Die vorübergehende Aufhebung des Lkw-Sonntagsfahrverbots in Baden-Württemberg soll Lieferketten kurzfristig stabilisieren. Für Autofahrer auf den Hauptachsen bedeutet sie mehr Lkw-Verkehr am Wochenende. Wer in den kommenden Augustwochen auf der A5, A8 oder A81 unterwegs ist, sollte mehr Zeit einplanen.
