Gemeinsame Initiative für eine nachhaltige Zukunft
Baden-Württemberg setzt ein deutliches Zeichen für Klimaschutz und Innovation: Mit der „Allianz Neues Fliegen“ hat das Verkehrsministerium gemeinsam mit Partnern aus Luftfahrtindustrie, Forschung, Verbänden sowie Unternehmen verschiedenster Branchen ein starkes Bündnis für klimafreundliches Fliegen ins Leben gerufen. Ziel ist es, den Einsatz nachhaltiger Flugkraftstoffe deutlich auszuweiten und damit einen zentralen Beitrag zum Erreichen der Klimaziele des Landes zu leisten.
Auftakt am Flughafen Stuttgart
Im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung am Flughafen Stuttgart stellte Verkehrsminister Winfried Hermann die Allianz der Öffentlichkeit vor. Unter dem Motto „Gemeinsam für mehr Klimaschutz“ betonte er die Notwendigkeit, über gesetzlich vorgeschriebene Beimischungsquoten hinauszugehen. „Mobilität gehört zu unserem Leben – dazu zählt auch verantwortungsvolles Fliegen. SAF sind ein wichtiger Baustein für mehr Klimaschutz. Mit der Allianz wollen wir Vorreiter für klimaneutrales Fliegen werden“, erklärte Hermann.
Freiwilliger Einsatz von SAF als Schlüssel
Ein zentrales Anliegen der Allianz ist die freiwillige Nutzung nachhaltiger Flugkraftstoffe (Sustainable Aviation Fuels, SAF). Zunächst liegt der Fokus auf Geschäftsflügen, bei denen Unternehmen bereit sind, bewusst einen Aufpreis für klimafreundliche Kraftstoffe zu zahlen. So können Dienstreisen, der Betrieb eigener Flugdienste oder der Luftfrachtverkehr nachhaltiger gestaltet werden. In einem zweiten Schritt soll das Angebot auch für Privatreisende geöffnet werden – mit dem Ziel, klimafreundliches Fliegen in der Breite zu etablieren.
Direkte Emissionsreduktion statt Kompensation
Im Gegensatz zu herkömmlichen Kompensationsprogrammen setzt die Allianz auf unmittelbare Wirkung: Durch den direkten Einsatz von SAF werden Treibhausgasemissionen erheblich reduziert. Darüber hinaus versteht sich die Allianz als Plattform für Aufklärung, Austausch und Vernetzung. Sie unterstützt Pilotprojekte, wirbt für die Akzeptanz nachhaltiger Kraftstoffe und fordert bessere politische Rahmenbedingungen auf nationaler wie europäischer Ebene.
Klare Regeln und neue Systeme notwendig
Damit der Hochlauf von SAF in Baden-Württemberg gelingt, sind verlässliche Strukturen unverzichtbar. Vertreterinnen und Vertreter der Allianz betonten daher die Notwendigkeit klarer Prozesse für Anrechnung und Zertifizierung von SAF. Eine Schlüsselrolle spielt das sogenannte Book-&-Claim-System, mit dem nachhaltige Kraftstoffe unabhängig vom tatsächlichen Tankvorgang angerechnet werden können. Diese Flexibilität gilt als entscheidend, um die Nachfrage nach SAF in der Praxis zu steigern.
Politischer Rückhalt durch den Aktionsplan reFuels
Parallel zum Start der Allianz präsentierte das Verkehrsministerium den Aktionsplan reFuels, der konkrete Vorschläge für die Anpassung europäischer Regulierungen enthält. Mit diesem Instrument soll die Markteinführung strombasierter Kraftstoffe beschleunigt werden – vor allem in Bereichen, in denen es bislang kaum Alternativen gibt, wie Luft- und Schifffahrt oder Teile der Industrie. Die Allianz Neues Fliegen bildet somit einen wichtigen Baustein innerhalb einer umfassenden Strategie zur Defossilisierung der Mobilität.
Offene Allianz mit wachsender Dynamik
Derzeit umfasst die Allianz zwölf Mitglieder, steht jedoch allen weiteren interessierten Partnern offen – von Unternehmen und Forschungseinrichtungen bis hin zu Verbänden und zivilgesellschaftlichen Akteuren. Das Verkehrsministerium Baden-Württemberg übernimmt in der Anfangsphase die Koordination, um den Aufbau der Initiative zu begleiten. Klar ist: Nur durch breite Zusammenarbeit kann klimaneutrales Fliegen Wirklichkeit werden – und Baden-Württemberg will dabei eine Vorreiterrolle übernehmen.
