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Drei Bundesländer, eine Botschaft: Die Autoindustrie in Deutschland braucht politische Unterstützung. Die Regierungschefs von Baden-Württemberg, Bayern und Niedersachsen haben in einem gemeinsamen Papier Bund und EU aufgefordert zu handeln. Ohne Reformen drohten irreversible Schäden für eine der wichtigsten Branchen des Landes.
52.000 Jobs weg: Das Ausmaß der Krise
In der deutschen Automobilindustrie sind zuletzt rund 52.000 Arbeitsplätze weggefallen. Besonders hart getroffen sind Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen. Diese drei Länder stehen für einen Großteil der deutschen Fahrzeugproduktion und der zugehörigen Zulieferketten.
Winfried Özdemir aus Baden-Württemberg, Markus Söder aus Bayern und Stefan Lies aus Niedersachsen haben das Problem parteiübergreifend adressiert. Sie verlangen schnelle Reformen, keine Absichtserklärungen.
Verbrenner-Verbot: Streit ohne Ende
Ein zentraler Streitpunkt bleibt das geplante Verbrenner-Verbot der EU ab 2035. VDA-Präsidentin Hildegard Müller hält die Branche weiterhin für massiv bedroht. Sie kritisiert, dass nur zehn Prozent Verbrenner-Neuzulassungen nach 2035 viel zu wenig seien.
Das EU-weite Verbrenner-Verbot ist politisch noch nicht endgültig beschlossen. Bis die entsprechenden Regelungen alle EU-Institutionen passiert haben, wird Zeit vergehen. Die Industrie muss dennoch jetzt planen und investieren.
Die drei Ministerpräsidenten warnen ausdrücklich vor einem zu abrupten Ausstieg aus dem Verbrenner. Sie sehen Technologieoffenheit als Schlüssel. Synthetische Kraftstoffe und Wasserstoff sollen als Alternativen zum reinen Batterieantrieb nicht ausgeschlossen werden.
Chinas Konkurrenz setzt deutschen Herstellern zu
Der Wettbewerbsdruck aus Asien ist ein weiteres Kernproblem. Chinesische Hersteller haben in den vergangenen Jahren erheblich aufgeholt und bieten Elektrofahrzeuge zu deutlich niedrigeren Preisen an. Deutsche Hersteller geraten dadurch auf wichtigen Märkten unter Druck.
Hinzu kommt Europas Abhängigkeit bei Rohstoffen. Batterierohstoffe wie Lithium, Kobalt und Nickel werden überwiegend außerhalb Europas gefördert. Das macht die europäische Elektromobilität anfällig für Lieferunterbrechungen und Preisschwankungen.
Strukturelle Schwächen belasten die Anpassung
Neben der Rohstoffabhängigkeit erschwert auch das deutsche Arbeitsrecht eine schnelle Anpassung. Beschäftigungsgarantien und starre Strukturen, die in der Nachkriegsboomphase entstanden sind, bremsen Umstrukturierungen. Im globalen Wettbewerb mit China, den USA und Indien ist das ein Nachteil.
Kritiker werfen der deutschen Industrie vor, den Wechsel zur Elektromobilität zu lange verschleppt zu haben. Eine frühere Fokussierung auf batterieelektrische Antriebe hätte die Abhängigkeit von Technologie aus Fernost verringert.
Was Bund und EU liefern müssen
Die Forderungen der drei Länder sind konkret. Sie verlangen bessere Rahmenbedingungen für die heimische Produktion, günstigere Energiepreise und eine Überarbeitung der EU-Flottengrenzwerte. Außerdem pochen sie auf Handelsschutzmaßnahmen gegen subventionierte Importe aus China.
Auf EU-Ebene läuft die Diskussion über Strafzölle auf chinesische Elektrofahrzeuge. Ob diese Maßnahmen ausreichen, um die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Hersteller langfristig zu sichern, ist offen.
Die Zeit für Absichtserklärungen ist vorbei
Die deutsche Automobilindustrie steckt in einer ernsthaften Strukturkrise. Der Stellenabbau ist spürbar, die Konkurrenz aus Asien wächst, und die politischen Rahmenbedingungen sind unbeständig. Baden-Württemberg, Bayern und Niedersachsen fordern konkrete Maßnahmen von Bund und EU.
