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Der Aluminiumhersteller Alu Rheinfelden aus Rheinfelden (Baden) plant einen erheblichen Stellenabbau. 185 Arbeitsplätze sollen wegfallen. Grund ist die geplante Aufgabe von zwei Geschäftsbereichen.
Zwei Bereiche werden eingestellt
Die Aluminium Rheinfelden Group hat angekündigt, zwei ihrer Geschäftsbereiche nicht mehr fortzuführen. Welche Bereiche konkret betroffen sind, wurde bislang nicht kommuniziert. Fest steht: 185 Stellen stehen zur Disposition.
Das Unternehmen gehört seit Mitte April 2021 zum russischen Aluminiumkonzern Rusal. Rusal hatte die Gruppe nach einem Insolvenzverfahren im Jahr 2020 übernommen. Damals geriet das Unternehmen in finanzielle Schieflage. Fehlende Aufträge aus der Automobilindustrie und Kostendruck durch Billigkonkurrenz wurden als Hauptursachen genannt.
Geschichte voller Wendungen
Die Aluminiumindustrie hat in Rheinfelden eine lange Tradition. Seit 1898 wird am Hochrhein Aluminium produziert. Der Standort gehört damit zu den ältesten seiner Art in Deutschland.
Nach der Rusal-Übernahme 2021 schien sich die Lage zunächst zu stabilisieren. Im Juli 2025 besuchte der SPD-Landtagsabgeordnete Jonas Hoffmann das Unternehmen und sprach mit Geschäftsführung und Betriebsrat. Sein Fazit damals: Das Unternehmen stehe wieder auf wirtschaftlich gesunden Füßen, die Auftragsbücher seien gut gefüllt.
Offenbar reicht die Gesamtstabilität des Unternehmens nicht aus, um alle Bereiche wirtschaftlich zu betreiben.
Branche unter Druck
Die Automobilindustrie, ein zentraler Abnehmer, befindet sich im Wandel. Elektromobilität verändert die Nachfrage nach bestimmten Aluminiumprodukten grundlegend.
Gestiegene Energiekosten belasten die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Hersteller zusätzlich, da die Aluminiumproduktion energieintensiv ist. Billigere Importe aus Asien und dem Nahen Osten verschärfen den Preisdruck. Für einen Standort wie Rheinfelden mit vergleichsweise hohen Lohnkosten ist das eine schwierige Ausgangslage. Unternehmen reagieren in solchen Situationen häufig mit Portfoliobereinigungen: Unrentable Bereiche werden abgestoßen, um das Kerngeschäft zu schützen.
Betriebsrat und Politik gefordert
Der Betriebsrat steht nun vor schwierigen Verhandlungen über Sozialplanregelungen, Abfindungen und mögliche Transfermaßnahmen für betroffene Mitarbeiter. 185 Stellen sind für den Landkreis Lörrach eine spürbare Zahl.
Ob der aktuelle Umbau das Kerngeschäft langfristig stärkt oder einen weiteren Niedergang einleitet, ist offen. Rheinfelden blickt auf über 120 Jahre Aluminiumindustrie zurück. Wie viel davon bleibt, werden die nächsten Monate zeigen.
