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Aus einer sanierten Altlast wird ein Energielieferant. Die Roche Pharma AG plant auf dem Gelände der ehemaligen Mischdeponie Kesslergrube in Grenzach-Wyhlen eine Freiflächen-Photovoltaikanlage. Ab Herbst 2026 starten die Vorbereitungsarbeiten. Ende 2027 soll der Solarpark in Betrieb gehen.
2.000 Module auf ehemaliger Deponie
Das Projekt nutzt den sanierten Bereich der Kesslergrube, den sogenannten Perimeter 1. Rund 2.000 Photovoltaikmodule werden dort installiert. Die Anlage soll knapp die Hälfte des Strombedarfs des Roche-Campus in Grenzach-Wyhlen abdecken.
Das Areal war jahrzehntelang eine Belastung für die Region. Schadstoffe aus der ehemaligen Deponie mussten aufwendig beseitigt werden. Nun wandelt Roche die Fläche in produktive Infrastruktur um. Die Sanierung des Perimeters 1 ist abgeschlossen.
Mit dem Solarpark soll der Standort teilweise energieautark werden. Langfristig sollen auch die Stromkosten sinken. Eigene Erzeugung schützt vor Preisschwankungen am Energiemarkt.
Einbettung in eine Nachhaltigkeitsstrategie
Das Projekt steht nicht für sich allein. Roche Pharma verfolgt am Standort Grenzach-Wyhlen eine ökologische Transformation. Bereits seit Sommer 2020 bezieht das Unternehmen seinen eingekauften Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen.
Der neue Solarpark fügt dieser Strategie einen weiteren Schritt hinzu: die eigene Stromerzeugung. Statt Ökostrom nur zuzukaufen, produziert Roche ihn künftig selbst vor Ort. Das verringert die Abhängigkeit von externen Lieferanten.
Grenzach-Wyhlen entwickelt sich damit zu einem Modellstandort für industrielle Energietransformation in Baden-Württemberg. Auch die Energiedienst AG produziert in der Gemeinde bereits grünen Wasserstoff aus Ökostrom. Das Bundeswirtschaftsministerium hat den Ort als Reallabor der Energiewende ausgezeichnet.
Pharmaindustrie unter Druck beim Thema Klimaschutz
Pharmakonzerne stehen unter wachsendem Druck, ihre Emissionen zu senken. Investoren, Regulatoren und Kunden fordern messbare Fortschritte. Eigene Solaranlagen senken den CO2-Fußabdruck der Produktion direkt.
Roche gehört zu den größten Pharmaunternehmen der Welt. Der deutsche Standort Grenzach-Wyhlen am Hochrhein hat eine lange Tradition. Dort werden Wirkstoffe und pharmazeutische Produkte hergestellt. Der Energiebedarf eines solchen Industriestandorts ist erheblich.
Flächennutzung auf vorbelastetem Gelände
Die Wahl des Standorts ist bemerkenswert. Landwirtschaftliche Flächen oder naturnahe Gebiete bleiben verschont. Stattdessen nutzt Roche versiegelte und vorbelastete Flächen. Das ist ein Ansatz, den Kommunen und Unternehmen vielerorts diskutieren.
Altdeponien, Industriebrachen und Konversionsflächen gelten als bevorzugte Standorte für Photovoltaik, weil sie Platz bieten, ohne neue Flächenkonflikte auszulösen. Das Projekt in Grenzach-Wyhlen zeigt, wie das in der Praxis aussehen kann.
Die Vorbereitungsarbeiten beginnen im Herbst 2026. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2027 geplant. Bis dahin bleibt Roche auf zugekauften Ökostrom angewiesen.
Fazit
Roche setzt in Grenzach-Wyhlen ein klares Signal. Die Umnutzung einer sanierten Altlast zum Solarstandort verbindet Umweltschutz mit wirtschaftlichem Kalkül. Der Solarpark mit rund 2.000 Modulen ist kein Symbolprojekt. Er soll ab Ende 2027 knapp die Hälfte des Strombedarfs am Standort decken. Für einen Industriestandort in Baden-Württemberg ist das eine substanzielle Eigenversorgung.
