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Das Abitur gilt seit Jahrzehnten als Eintrittskarte zur Universität. Doch immer mehr junge Menschen denken um. Sie entscheiden sich nach der Schule für eine handwerkliche Ausbildung. Einer von ihnen ist Samuel aus Trier-Ehrang. Er hat das Abitur gemacht und danach eine Ausbildung zum Friseur begonnen.
Ein Trend mit Substanz
Die Handwerkskammer Trier beobachtet diesen Wandel seit einigen Jahren. Abiturienten stellen dort einen wachsenden Anteil der Auszubildenden. Auch bundesweit zeigt sich ein ähnliches Bild. Junge Menschen brechen ihr Studium ab oder verzichten von Beginn an auf den Hochschulweg.
Die Gründe sind unterschiedlich. Viele suchen einen Beruf mit direktem Praxisbezug. Andere wollen schneller ins Berufsleben einsteigen. Wieder andere schätzen die handwerkliche Arbeit mit Menschen.
Was der Beruf Friseur bietet
Die Friseurausbildung dauert in Deutschland drei Jahre. Sie verbindet handwerkliche Präzision mit kreativem Arbeiten. Der direkte Kontakt zu Menschen ist ein zentrales Merkmal des Berufs. Für viele Auszubildende ist das der Hauptvorteil gegenüber einem Studium am Schreibtisch.
Nach der Gesellenprüfung stehen weitere Wege offen. Wer möchte, kann den Meister ablegen. Mit einem Meistertitel ist auch die Gründung eines eigenen Salons möglich. Das Handwerk hat damit eine klare Karriereperspektive.
Kreativität als Berufsmotivation
Für Samuel stand die Kreativität im Vordergrund. Der Beruf des Friseurs erlaubt es, täglich gestalterisch zu arbeiten. Kein Kunde sieht gleich aus. Kein Tag verläuft identisch. Das unterscheidet das Handwerk von vielen Büroberufen.
Handwerk kämpft um Nachwuchs
Der Handwerkssektor in Baden-Württemberg hat in den vergangenen Jahren mit Nachwuchsmangel zu kämpfen. Viele Betriebe finden keine geeigneten Auszubildenden. Die Zahl der unbesetzten Ausbildungsplätze bleibt hoch.
Abiturienten gelten dabei als besonders gesuchte Bewerber. Sie bringen in der Regel ein hohes Maß an Eigenverantwortung mit. Viele Betriebe schätzen ihre kommunikativen Fähigkeiten.
Gesellschaftliches Umdenken gefragt
Das gesellschaftliche Ansehen von Handwerksberufen ist in Deutschland traditionell geringer als das eines akademischen Abschlusses. Das zeigt sich auch in Familien. Eltern von Abiturienten raten häufig zum Studium. Eine Ausbildung gilt manchmal als zweite Wahl.
Dabei sind die Verdienstmöglichkeiten im Handwerk nach der Ausbildung konkurrenzfähig. Friseurmeister mit eigenem Betrieb können wirtschaftlich erfolgreich arbeiten. Das Bild vom schlecht bezahlten Handwerker stimmt in vielen Bereichen nicht mehr.
Baden-Württemberg als Ausbildungsland
Baden-Württemberg hat eine starke Tradition im dualen Ausbildungssystem. Der Anteil der Betriebe, die ausbilden, ist im bundesweiten Vergleich hoch. Das Handwerk ist dabei ein zentraler Pfeiler.
Kammern und Verbände werben aktiv um Abiturienten. Mit gezielten Kampagnen wollen sie zeigen, dass eine Ausbildung kein Umweg ist, sondern ein gleichwertiger Weg ins Berufsleben.
Fazit
Samuels Entscheidung steht für einen größeren Wandel. Das Abitur öffnet viele Türen. Eine davon führt ins Handwerk. Baden-Württembergs Wirtschaft braucht diese jungen Menschen.
