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Die Geduld der Wirtschaft am südlichen Oberrhein ist erschöpft. Die IHK Südlicher Oberrhein hat den Bundesverkehrsminister in einem Schreiben aufgefordert, beim sechsstreifigen Ausbau der A5 zwischen Offenburg und Freiburg konkrete Schritte einzuleiten. Unterzeichnet haben IHK-Präsidentin Brigitta Schrempp und Hauptgeschäftsführer Dieter Salomon.
53 Kilometer, die die Region bremsen
Das geplante Ausbauprojekt umfasst rund 53 Kilometer Autobahnstrecke. Die Autobahn GmbH des Bundes führt das Vorhaben derzeit lediglich mit dem Status „in Planung“. Verbindliche Zeitpläne oder Planfeststellungsbeschlüsse gibt es bislang nicht.
Die A5 verbindet den Südwesten Deutschlands mit der Schweiz und Frankreich. Für die exportorientierte Wirtschaft am Oberrhein ist die Strecke ein zentraler Transportweg.
Zwischen Offenburg und Freiburg ist die Autobahn vierspurig ausgebaut. Staus und Engpässe gehören zum Alltag. Unternehmen aus der Region klagen seit Jahren über Lieferverzögerungen und steigende Transportkosten.
IHK erhöht Druck auf das Bundesministerium
Mit dem Brief an den Bundesverkehrsminister macht die IHK den politischen Druck öffentlich. Schrempp und Salomon fordern klare Planungsschritte und einen nachvollziehbaren Zeitplan. Die Kammer vertritt die Interessen von Unternehmen im Kammerbezirk Südlicher Oberrhein, der die Landkreise Emmendingen, Ortenaukreis und den Stadtkreis Freiburg umfasst.
Das Anliegen ist nicht neu. Die Wirtschaft in der Region fordert den Ausbau seit Jahren. Bisher blieb das Projekt auf der Ebene von Bedarfsplanungen und Vorgesprächen stecken. Der aktuelle Brief ist ein erneuter Vorstoß, diesmal mit direkter Adressierung an die Bundesebene.
Projekt im Bundesverkehrswegeplan verankert
Der sechsstreifige Ausbau der A5 auf diesem Abschnitt ist im Bundesverkehrswegeplan als vordringlicher Bedarf eingestuft. Das gibt dem Projekt grundsätzlich Priorität. Doch zwischen Einstufung und Baubeginn liegen in Deutschland oft viele Jahre.
Genehmigungsverfahren, Umweltprüfungen und Planfeststellungsverfahren können Großprojekte dieser Art über Jahrzehnte verzögern. Genau das fürchten die Unterzeichner des Briefes auch in diesem Fall.
Standortwettbewerb als Argument
Die IHK Südlicher Oberrhein verweist auf den Standortwettbewerb. Unternehmen treffen Investitionsentscheidungen auf Basis der verfügbaren Infrastruktur. Eine leistungsfähige Anbindung an das überregionale Straßennetz ist dabei ein zentrales Kriterium.
Am Oberrhein sind Unternehmen aus Maschinenbau, Pharmaindustrie, Logistik und Technologie ansässig. Für sie gilt die A5 als Hauptverbindung in Richtung Norden und Süden.
Hinzu kommt der grenzüberschreitende Verkehr. Die Nähe zu Frankreich und der Schweiz macht die Region zu einem wichtigen Knotenpunkt im europäischen Güterverkehr. Eine unzureichend ausgebaute Autobahn bremst diesen Austausch.
Appell an Berlin
Die IHK Südlicher Oberrhein setzt auf direkten Dialog mit Berlin. Schrempp und Salomon fordern einen Fahrplan mit konkreten Meilensteinen für den A5-Ausbau zwischen Offenburg und Freiburg. Eine Antwort des Bundesverkehrsministeriums steht bislang aus.
