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Die Automobilindustrie in Baden-Württemberg steht unter Druck. Am 21. September 2026 haben rund 48.000 Beschäftigte im Südwesten an einem bundesweiten Aktionstag der IG Metall teilgenommen. Sie protestierten gegen Jobabbau, Werksschließungen und weitere Einschnitte in der Branche.
Sindelfingen als Zentrum des Protests
Die größte Einzelaktion fand in Sindelfingen statt. Etwa 20.000 Beschäftigte versammelten sich dort auf dem Werksgelände. Die Stimmung war aufgeheizt. Beschäftigte sprachen davon, die Folgen von Managementfehlern tragen zu müssen.
Die IG Metall hatte bundesweit zur Beteiligung aufgerufen, um Geschlossenheit zu demonstrieren. Die Gewerkschaft sieht sich durch die Pläne der Unternehmen unter Druck gesetzt.
Gewerkschaft greift Vorstände an
IG-Metall-Chefin Christiane Benner griff die Unternehmensvorstände scharf an. Sie machte deutlich: Die Probleme der Branche seien nicht von den Beschäftigten verursacht worden. Trotzdem sollten diese die Konsequenzen tragen.
Bei VW hatten Konzernvorstand und VW-Chef Oliver Blume verfügt, dass Medien zu der Aktion auf dem Werksgelände nicht zugelassen werden. Betriebsrat und IG Metall bestätigten diese Entscheidung. Sie sorgte für zusätzliche Kritik.
Forderungen an Unternehmen und Politik
Die Gewerkschaft richtete ihre Forderungen an Arbeitgeber und Politik gleichermaßen. Sie kritisierte mangelhafte industriepolitische Rahmenbedingungen auf Bundes- und europäischer Ebene.
Konkret verlangt die IG Metall den Erhalt von Arbeitsplätzen. Stellenabbau soll durch Verhandlungen verhindert oder abgemildert werden. Kurzarbeit und Qualifizierungsprogramme sollen Entlassungen ersetzen.
Branche im Umbruch
Die Automobilindustrie steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Der Übergang zur Elektromobilität, schwächelnde Absatzmärkte und internationale Konkurrenz belasten Hersteller und Zulieferer gleichermaßen.
Besonders Zulieferbetriebe spüren den Druck. Viele Standorte in Baden-Württemberg sind direkt von den Entscheidungen der großen Hersteller abhängig. Stellenabbau bei einem Konzern zieht oft weitere Streichungen in der Lieferkette nach sich.
Gewerkschaft in der Defensive
Trotz der hohen Beteiligung am Aktionstag steht die IG Metall unter Druck. Die Unternehmen dringen auf Kostensenkungen, die Verhandlungsspielräume werden enger. Die Gewerkschaft muss zwischen Jobsicherung und wirtschaftlicher Realität abwägen.
Der Aktionstag gilt als Vorgeschmack auf die bevorstehenden Tarifverhandlungen. Der Ton zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaft dürfte rau bleiben.
Ausblick
48.000 Teilnehmer sind ein deutliches Signal. Ob die Gewerkschaft ihre Ziele in den Verhandlungen durchsetzen kann, ist offen. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sprechen derzeit nicht für die Arbeitnehmerseite.
